Präsentation der UmbaupläneDüsseldorf (evdus). Wer schon einmal oben in der Johanneskirche auf einer der Emporen gesessen hat, hat es sicherlich so schon mal erlebt: Da gibt es unten im Kirchraum ein Konzert. Die Musik ist gut zu hören, doch leider ist die Solistin, die so wunderbar singt, nicht zu sehen. Die Steigung der Emporen ist zu flach. Schon in der zweiten Reihe oben in der Kirche ist mehr zu erahnen als zu sehen. Das soll jetzt endlich anders werden.

Die Bauarbeiter ziehen in die Kirche ein und bauen die Emporen zurück. Dabei wird dann auch die hohe Kanzel umgestaltet. Der Zugang zur Taufkapelle wird lichter, weil eine trennende Wand abgebaut wird. Es soll neue Bänke aus Bambusholz geben, die platzsparend zusammen zu schieben sind, so dass der Kirchraum für viele Zwecke variabel zu nutzen ist.

„Das wird alles über zwei Millionen Euro kosten“, sagt Pfarrer Dr. Uwe Vetter von der Johanneskirche. Die Kirche ist 127 Jahre alt, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, in den 50er Jahren folgte der Wiederaufbau mit den Mitteln, die man damals zur Verfügung hatte. Jetzt, wo die Kirche in die Jahre gekommen ist, gibt es natürlich hohen Sanierungsbedarf. Der steht jetzt an – und dabei können dann auch die Emporen wieder zurückgebaut werden. Der Rückbau versetzt die Kirche übrigens wieder in einen ursprünglichen Zustand. Als sie im 19. Jahrhundert gebaut wurde, da gab es bereits kurze Emporen. Die großen, bis an die Säulen gehenden Obergeschosse sind erst in den 50er Jahren so gebaut worden, wie sie heute zu sehen sind.

Die Johanneskirche ist die evangelische Kirche genau im Stadtzentrum. „Wir möchten diesen Standort nachhaltig entwickeln“, sagt Superintendent Lilie. „Hier wollen wir Akzente setzen.“

Seit zwölf Jahren gibt es ein Café in der Kirche. Das ist an den Werktagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die ganze Woche gibt es in der Kirche ein Programm. Neben dem Cafébetrieb ist am Mittwoch die Lunch-Time-Orgel mit einer halben Stunde Orgelmusik. Freitags gibt es abends Konzerte, Sonntagabends den Gottesdienst „Sunday Special“ und natürlich jeden Sonntag einen Sonntagsgottesdienst. Das alles wird allerdings in den kommenden Monaten nicht wie gewohnt stattfinden können, weil die Kirche eben eine Baustelle ist.

Ab 9. Juni wird der Gottesdienstraum bis voraussichtlich September geschlossen. Ab dem 15. Juni bis September finden die Sonntagsgottesdienste in der Neanderkirche, Bolkerstraße, um 11 Uhr statt. Am 6. Juli und am 7. September lädt Pfarrer Vetter in das Goethe-Museum ein. Dort wird dann an ungewohntem Ort um 11 Uhr Gottesdienst gefeiert. (30.05.2008)

Quelle: Evangelisch in Düsseldorf