Bibel auf dem Altar

Was glaubst du? – Das christliche Taufbekenntnis in seinen biblischen Bezügen und als »Party Crasher« im Jubeljahr der Reformation 2017.

Was glaubst du ? fragte die ARD in ihrer Themenwoche im Juni dieses Jahres. Eine gute Frage, im Jubiläumsjahr von Martin Luthers Reformation. Wären die sechzig Antworten, die in kurzen Interview-Videos zusammengestellt waren, repräsentativ, müsste man sagen: Viel Christentum ist nicht mehr übrig, im Lande Luthers. Was glaubst du? Diese Frage reizt, sein eigenes, möglichst originelles, höchst kreatives, unverwechselbar individuelles, auf jeden Fall nonkonformistisches Bekenntnis zu »posten«. Dass aber nicht einmal eine von sechzig Antworten lautete: »Ich glaube an den dreieinigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist«, dass all das gemieden schien, was nach klassischem christlichen Glauben klingen konnte, das gibt zu denken.

Wer von uns Getauften kennt sein Credo? Wer weiß, was die alten Worte beschreiben? Christentum scheint im 500. Jahr der Reformation die Altstadt einer modernen Metropole zu sein: Sie ist malerisch, man geht zum Vergnügen hin, wohnt, arbeitet und lebt aber woanders. Christentum wirkt im Reigen der Religionen wie ein Brunchbuffet, über dem steht: »Bedienen Sie sich, all you can eat, alles kann nichts muss, heute so und morgen so«. »Wahr« war gestern, eine Kategorie der Intoleranz; Kreuze werden als Störenfriede abgehängt.

Unser Herbst-Bibel-Lese-Kurs kommt diesmal als später Party-Crasher - ungebetener Gast - daher. Wir lesen zusammen das christliche Taufbekenntnis, »Apostolikum« genannt. Wenn Menschen sich in früher Christenzeit taufen ließen, lebten sie sich zuerst ins Gemeindeleben ein; dann lernten sie biblische Gottesgeschichten und die Stimme der Apostel; wenn sie sich zur Christusnachfolge entschieden hatten, baten sie, getauft zu werden; und zitierten, in der Taufliturgie, jene Worte, mit denen sich die ökumenische Christenfamilie auswies: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen… und an Jesus Christus, Seinen einzigen Sohn, unsern Herrn… und an den Heiligen Geist. In jedem Gottesdienst wiederholen wir diese eigenwilligen Worte. Manche Wortwahl bleibt dunkel, manche Bilder verschwommen, wenn man die biblischen Geschichten darunter nicht kennt, deren Schlagworte im Credo wie Eisbergspitzen über die Wasserlinie ragen. Unser christliches Bekenntnis braucht Erklärung, um wieder unser Bekenntnis zu werden. Verblüffend, ja spannend wird's, wenn wir entdecken, wie sich aktuelle Fragen in alten Formulierungen spiegeln – als wären die Menschen doch nicht ganz so anders gewesen als wir, damals, als man sie zu ihrer Taufe fragte: Was glaubst du? - und sie antworteten: Credo, ich glaube an Gott, und an Jesus Christus, und an das Wirken des Heiligen Geistes.

Erster Abend, Mittwoch, 27. September, 19-21 Uhr

»Ich glaube an Gott«
Von dem, der nicht von uns erfunden wurde. Die Entdeckung des verdankten Lebens.

Zweiter Abend, Mittwoch, 4. Oktober, 19-21 Uhr

»Ich glaube an Jesus Christus«
Jeschua – einzig, nicht artig

Dritter Abend, Mittwoch, 11. Oktober, 19-21 Uhr

»Ich glaube an den Auferstandenen«
Was das christliche Ostern von Seelenwanderung und Unsterblichkeit der Seele unterscheidet.

Vierter Abend, Mittwoch, 18. Oktober, 19-21 Uhr

»Ich glaube an den Heiligen Geist«
Von dem, was man nicht messen kann, und das doch die Welt in ihrem Innersten zusammenhält

Zeiteinteilung

Um 19 Uhr beginnen wir im Foyer der Johanneskirche. Spätestens um 21 Uhr beenden wir unseren Abend. An jedem Mittwoch bleibt das Café im Foyer nach 18 Uhr geöffnet. Kommen Sie ruhig etwas früher und sammeln Sie sich bei einem Kaltgetränk - die Kaffeemaschine muss leider vor Seminarbeginn zum Schweigen gebracht werden.

Anmeldung 

... telefonisch über unsere Sekretärin Frau Ortmanns (0211 60170815) oder per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder im Pfarrbüro (0211 135898, Pfarrer Vetter, Pfarrer Tischler, Pfarrer Frantzmann); oder kommen Sie einfach unter der Woche ins Café und hinterlassen uns Ihre Adresse.

FAQ

Darf man auch teilnehmen, wenn man sich nicht gut in der Bibel auskennt oder dem Religiösen eher distanziert gegenüber steht ? – Selbstverständlich. Ich freue mich auf Ihre Teilnahme, ob Sie nun mitdiskutieren oder einfach zuhören möchten.

Macht die Teilnahme Sinn, auch wenn man nicht an jedem der vier Abende da sein kann ? - Auf jeden Fall. Jeder einzelne Abend steht auf eigenen Füßen und gibt einen Einblick ins Ganze.

Termine Bibelkurs

Mittwoch, 27.09.2017, 19:00

Herbst-Bibel-Lese-Kurs – Erster Abend »Ich glaube an Gott«

Von dem, der nicht von uns erfunden wurde. Die Entdeckung des verdankten Lebens.
mit Pfarrer Dr. Uwe Vetter

Mittwoch, 04.10.2017, 19:00

Herbst-Bibel-Lese-Kurs – Zweiter Abend »Ich glaube an Jesus Christus«

Jeschua – einzig, nicht artig
mit Pfarrer Dr. Uwe Vetter

Mittwoch, 11.10.2017, 19:00

Herbst-Bibel-Lese-Kurs – Dritter Abend »Ich glaube an den Auferstandenen«

Was das christliche Ostern von Seelenwanderung und Unsterblichkeit der Seele unterscheidet. Mit Pfarrer Dr. Uwe Vetter

Mittwoch, 18.10.2017, 19:00

Herbst-Bibel-Lese-Kurs – Vierter Abend »Ich glaube an den Heiligen Geist«

Von dem, was man nicht messen kann, und das doch die Welt in ihrem Innersten zusammenhält
mit Pfarrer Dr. Uwe Vetter

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