Ellipse von Katharina Grosse, angebracht außen an der Johanneskirche

Altartücher mit Symbolen der Schöpfung

Für die evangelische Johanneskirche am Martin- Luther-Platz schuf die Künstlerin Sonja Weber Behänge für Altar und Kanzel. Die gewebten Bilder beruhen auf Motiven aus der Natur – Wasser, Wolken und Feuer.

presse antependienDer Verzicht auf gängige Kirchenkunst- Paramente war ein Risiko, das City-Pfarrer Uwe Vetter und das Presbyterium für eine stimmige Gestaltung der modern gehaltenen Johanneskirche bewusst eingingen. Sie suchten für die notwendig neuen Altarvorhänge eine Gestaltung, die zum Raum passt. Und fanden in Sonja Weber eine Künstlerin, die ihren Vorstellungen mit ihren gewebten Bildern nahe kam. Die mehrfach ausgezeichnete Münchnerin macht Formen der Natur zu ihrem Thema, zeigt Wasser- und Wellenspiel, Wolken, Bäume, abstrahiert sie durch große Ausschnitte, zeigt Augenblicke der Bewegung. »Die Motive der Antependien sind zwar nicht aus der Kirchenkunst entwickelt, sie passen aber im weitesten Sinn zur Bibel, weil meine Arbeiten sich mit der Schöpfung befassen«, erklärte Weber.

Wasser, Wolken und Feuer seien auch Bilder der biblischen Welt, erklärte Vetter. Farben seien ebenfalls Zeichen für biblische Erfahrungen. »Beim Betrachten der Antependien sind diese biblischen Geschichten zu entdecken«, ist Vetter überzeugt. Allerdings braucht der Betrachter dafür Zeit und die Bereitschaft, zu beobachten und sich überraschen zu lassen. Denn die Formen sind dezent, verändern sich im Lichtspiel und unter unterschiedlichen Blickwinkeln. Möglich macht das die besondere Technik, die Weber verwendet. Sie webt ihre Bilder, die so eine dreidimensionale Struktur bekommen und lebendig wirken und Tiefenschärfe bekommen. Ab Pfingsten – dann wird das rote Antependium aufgelegt – sind die neuen Kunstwerke, die durch Spenden finanziert wurden, und liturgischen Farben Thema in Gottesdiensten. Weber stellt zudem bis zum 3. Juni eine Auswahl ihrer gewebten Bilder mit Naturmotiven aus (werktags von 10 bis 18 Uhr).

Michael Brockerhoff

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