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Herbst-Bibellese-Kurs 2011

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Geschwärzte Passagen, Ausgelassenes und Unerhörtes - die schönsten Horrorgeschichten der Bibel
Drei Kostproben. 

Viele Menschen haben erstaunliche Erfahrungen mit der Bibel gemacht. Die Frommen und Tiefreligiösen haben mit diesem Buch gelebt, gesprochen, gestritten und gelacht. Überzeugte Atheisten wie Karl Marx und Bert Brecht hielten die Bibel für das wichtigste, anregendste und aufstörendste Schrifttum, dem sie je begegnet sind. Goethe hat hier seine Idee zum Doktor Faustus bekommen. Und die Deutschen haben seit Luther an diesem Buch Deutsch gelernt. Dabei ist, was diese Bibel einzigartig macht, rein kulturgeschichtlich gar nicht zu beschreiben.

Geben wir es ruhig zu. Es gibt Geschichten in der Bibel, da fragt man sich, was die in der Bibel wohl zu suchen haben. Fröstelpassagen mit Mord und Totschlag, Zornestiraden aufgebrachter Propheten, Katastrophen und Apokalypsen, die einem Schattengeist wie Stephen King entsprungen scheinen. Nicht, dass Dinge aus der Kontrolle geraten und Menschen die Selbstbeherrschung verlieren, verstört den Leser, nein, das ist es nicht. Was einen erschauern lässt, ist die Tatsache, dass gläubige Menschen nach reiflicher Überlegung entschieden haben, solche Geschichten in die Heilige Schrift aufzunehmen, die schließlich ein Evangelium zu erzählen hat. Die Bibel erzählt eine gute Nachricht, die von Heil und Heilung, Frieden und Erlösung handelt, und von Gott-der-Liebe-ist. Was, um alles in der Welt, haben Horrorstorys mit christlichem Glauben zu schaffen und in der Bibel - Seit an Seit mit Gottes Geist - verloren?! Das ist die Frage unseres Herbst-Bibel-Lese-Kurses 2011.
Um es gleich vorweg zu nehmen: den Bibelautoren ist kein Fehler unterlaufen. Selbst in den Schattengeschichten schimmert es evangelisch, selbst im Abgründigen leuchtet es. Manches daran ist schwarzer Humor, der entdeckt sein will. Manches ist verblüffende Beobachtungsgabe und pointierte, absichtlich überzeichnende Darstellung, damit man es unterscheiden lernt. Manches ist eben authentisches Leben. Manches ist schräg erzählt, damit naive Menschen aus dem frommen Halbschlaf hochschrecken und zweimal hinschauen. Im Herbstkurs machen wir uns an drei Kostproben aus dem Bereich „geschwärzte Passagen“, „Ausgelassenes“ und „Unerhörtes“. Wir lesen Bibel, wo kein vernünftiger Mensch Bibel lesen würde. Die schönsten Horrorgeschichten der Heiligen Schrift, in drei Kostproben, mit evangelischem Nachgeschmack.

Hier die Termine und Bibelabschnitte, die uns erwarten:

Mittwoch
5. Oktober 2011,
19–21 Uhr


„Nach mir die Sintflut!“
Noach und der Wurschtigkeits-Tsunami
1. Mose 6–9

Mittwoch 
12. Oktober 2011,
19–21 Uhr


„Zum Teufel auch!“
Wie leben Christen mit ihrer dunklen Seite?
MatthEvg 4: 1–11

Mittwoch 
19. Oktober 2011,
19–21 Uhr


Eine Alptraum-Hochzeit
oder: Wie werde ich Christ?
MatthEvg 22 : 1–14

Allgemeine Informationen

Was die Bibel einzigartig macht, ist, dass sie bis zum heutigen Tag die Fähigkeit besitzt, Menschen anzurühren. Die Szenarien ihrer Geschichten und ihre Ausdrucksweise mögen altertümlich klingen. Aber wer sich in diese Geschichten hinein vertieft, wer liest, was wirklich geschrieben ist, überschreitet irgendwann die Schwelle des distanzierten Bescheidwissens. Elohím Middabér - Gott spricht ohne Unterlass, heißt es in einer Mose-Szene. Nur sind die Menschen eben nicht zu jeder Zeit sensibel, hörfähig und konzentriert genug es zu vernehmen. Das Bibellesen war von Alters her ein Weg, die Nebengeräusche des Alltags herunter zu filtern. Juden und Christen, Skeptiker und Ästheten, einfache und hoch gebildete Menschen, Menschen, die von klein auf mit diesen Geschichten aufgewachsen sind und Menschen, die nie von Adám und Eva hörten ... aus allen Kreisen kamen sie und berichteten von diesen aufregenden Momenten, wenn man eine Bibelgeschichte so liest, dass sie heraustritt aus den Buchseiten, wenn wir uns in ihnen spiegeln und sie uns in ihre Glaubenserfahrungen hinein nehmen. Mystik des Bibellesens - in unserem Kurs meint es nicht Geheimlehre für Esoteriker oder Fachsimpelei unter Alleswissern. Die Mystik des Bibellesens kann auch der genießen, der in der Sache von weit her kommt. Mystik meint sich vortasten an den Punkt, wo eine Bibelgeschichte sagen darf, was sie selbst sagen möchte und zur persönlichen Anrede wird. Mystik meint das Herantasten an jenen Punkt, wo wir eingeweiht werden in die Gedanken und Erfahrungen und das Lebensgefühl von Menschen, die mit Gott gelebt haben und ihre Erlebnisse teilen möchten, über die Jahrhunderte hinweg.

Zeiteinteilung

Um 19Uhr beginnen wir im Foyer der Johanneskirche. Spätestens um 21 Uhr beenden wir unseren Abend. An jedem Mittwoch bleibt das Kirchencafé nach 18Uhr geöffnet. Kommen Sie ruhig etwas früher und sammeln Sie sich bei einem Tee oder Kaffee.

Anmeldung

... telefonisch über unsere Sekretärin Frau Ortmanns (0211-60 17 08 15) oder per mail ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) oder im Pfarrbüro (0211-135898, Pfarrer Vetter, Pfarrer Lücke); oder kommen Sie einfach unter der Woche ins Café und hinterlassen uns Ihre Adresse.

FAQ

Darf man auch teilnehmen, wenn man sich nicht gut in der Bibel auskennt oder dem Religiösen eher distanziert gegenüber steht ? – Selbstverständlich! Ich freue mich auf Ihre Teilnahme, ob Sie nun mitdiskutieren oder einfach zuhören möchten.

Macht die Teilnahme Sinn, auch wenn man nicht an jedem der vier Abende da sein kann? – Auf jeden Fall. Ich versuche, jeweils zu Beginn in wenigen Worten den Ertrag des vorangegangenen Abends zusammen zu fassen.