Atomtest.

Am Buß- und Bettag laden wir Sie herzlich ein zu einer 29-Minuten-Andacht in Ihrer Mittagspause. Zu den Geboten Jesu, die einem den Atem verschlagen, gehört dieses hier aus dem Matthäus-Evangelium: »Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist« Wie bitte? Da heißt es ständig, wir sollen unsere Defizite gnädig annehmen. Da heißt es: Bleib wie du bist, du bist ok! Wie soll ein Mensch »vollkommen« sein, gar wie Gott!? - Am Buß- und Bettag ist Zeit, den Nebel zu vertreiben. Fragen wir, was der christliche Glaube braucht, um lebensfähig zu sein, stoßen wir auf sieben Elementarbausteine, die - Vorsicht: behelfsmäßige Eselsbrücke! - so etwas wie ein Atommodell bilden: Um einen Atomkern drehen sich 6 Elektronen. Wie Planeten sich, eingefangen von der Schwerkraft der Sonne, in Umlaufbahnen bewegen, so kreisen die 6 Elemente des christlichen Glaubens um einen Mittelpunkt, der sie hält und untereinander arrangiert. Machen wir einen »Atom-Test«. Was gehört zum christlichen Glauben, damit nichts Wesentliches fehlt? Wir werden im kurzen Mittagspausengottesdienst alle sieben »Zutaten« in den Blick nehmen, und sehen: nur alle miteinander machen ein nahrhaftes und köstliches Gericht.

Im Anschluss an die Andacht gibt es einen kleinen Imbiss im Café im Foyer.

Mittwoch, 22. November, 12.30 Uhr
Evensong vor dem Sonntag des Jüngsten Gerichts

 Am Freitag, 24. November, feiern wir Evensong, im ohnehin kritischen Monat November zur kritischen Zeit: es ist der Freitag vor dem »Sonntag des Jüngsten Gerichts«. Wie in den vergangenen Jahren leistet die Stadtkirche um diese Zeit einen wichtigen Dienst. Wir bedenken im Gottesdienst, wie wir mit heiler Haut durchs »Jüngste Gericht« kommen. Wie soll man sich vorbereiten auf die himmlische Befragung? Was sollte man zuvor ins Reine bringen? - Eine in diesem Leben nützliche, wenn auch moralisch schillernde Fähigkeit, auf die viele sich verlassen, ist unsere Schlagfertigkeit. Sind Sie ein Meister der faulen Ausrede? Wenn ja, hilft das weiter, am letzten Tag? - Der Bibeltext, mit dem wir uns gemeinsam besinnen, ist die bekannte, wenn auch fahrlässiger Weise belächelte Geschichte von Adam und Eva, die sich ums Paradies bringen und dann in Ausflüchte flüchten. »Die ultimative Entschuldigung« ist das Thema des Abends.

Sermonette: Pfarrer Dr. Uwe Vetter
Musik: Johanneskantorei unter Leitung von Wolfgang Abendroth

Freitag, 24. November, 19 Uhr
Wir begrüßen Dr. Yee Wan So

Ich heiße Yee Wan So. Ich bin Chinesin aus Hongkong und seit 1. November Pfarrerin im Probedienst an der Johanneskirche. »Wan«, mein zweiter Vorname, bedeutet »Wolke«. Wie die Gestalt einer Wolke vom Wind geformt wurde, so wurde mein geistliches Leben von verschiedenen christlichen Traditionen geprägt: meine allererste christliche Erziehung war katholisch, aber groß geworden bin ich in einer freien evangelischen Gemeinde. Theologisch ausgebildet wurde ich in Studium, Vikariat und meinem ersten Probedienstjahr in der Rheinischen Kirche und einer Wuppertaler Gemeinde. Tee-ologisch bin ich aber ganz Asiatin geblieben. Wie eine Wolke aus Luft und Wasser entsteht, ist auch mein Glaube entstanden aus einem Vertrauen im Herzen auf den liebenden Gott. Ich komme also zu Ihnen mit der Einladung, diesen Weg des Glaubens zusammen zu gehen.

Ideen für die nächsten 500 Jahre

Das Jubiläumsjahr der Reformation Martin Luthers geht zu Ende. Wir haben gefeiert, was errungen ist, ausgiebig und mit Fug und Recht. Aber: War es das jetzt?

Viele in unserer Kirche spüren und sehen Reformbedarf. Viele haben Ideen und Vorschläge. Sie auch?

Wie soll die christliche Kirche in der nächsten Generation aussehen? Was ist heut schon gut? Was muss aufhören? Wo fehlt‘s? Was können wir besser?

Martin Luther soll seine Thesen damals an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben. Heute postet man seine Thesen digital. Diskutieren Sie mit.

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